Heute 28.2. wurde der neueste IPCC Sachstandsbericht (AR6 WGII) veröffentlicht. Er beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels, der Anpassung und der Verwundbarkeit.

Die momentan Klimapolitik lässt sehr zu Wünschen übrig: Bereits verabschiedete Gesetze und Regulierungen würden bzw. werden eine Erwärmung von etwa 2,9°C bedeuten. Mit den noch ausständigen angekündigten Klimazielen wären wir noch immer bei einer Erwärmung von 2,4 – 2,7°C und somit laufen wir Gefahr die unberechenbaren Kippelemente zu aktivieren.

Nichtstun wird teuer – wir müssen jetzt in Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen investieren! Denn nur eine schnelle Reduktion der Emissionen wird langfristig Geld und Leben sparen! Klimawandel und Extremwetter versuchen bereits heute erhebliche wirtschaftliche Schäden und das wird immer mehr werden. Eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C statt 4°C (Business as usual) könnte bis 2100 weltweit 15,6 Billionen € einsparen.

Für Menschen in den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern ist das Risiko durch Flut, Dürre oder Stürme zu sterben bereits die letzten Jahre um das 15-fache gestiegen und wird weiter zunehmen. Zudem können Extremwetterereignisse zu psychischen Herausforderungen führen wie Posttraumatischer Stress, Angst, Trauer und Überlebensschuld.

Gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung ist die Kluft zwischen „Arm“ und „Reich“ schon jetzt um 25% größer als sie es ohne globale Erwärmung wäre. Die am stärksten vom Klimawandel gefährdeten Länder könnten bis zu 64% ihres BIP verlieren. Bis 2030 wird daher die Anzahl der Menschen die aufgrund des Klimawandels von extremer Armut betroffen sind, von 31 Millionen auf 132 Millionen steigen. Durch den steigenden Meeresspiegel müssen zwischen 17 Millionen und 71 Millionen Menschen aus den Küstenregionen wegziehen. Die steigende Temperaturen werden 3,5 Milliarden Menschen dazu zwingen zu Flüchtlingen zu werden.

Unsere Lebensmittelversorgung steht ebenfalls auf dem Spiel:

Wir nutzen momentan 1/3 unserer bewohnbaren Fläche für Landwirtschaft. 80% davon alleine als Tierfutter damit vor Allem die Reichen tierische Produkte konsumieren können. Die Lebensmittelproduktion wird mit zunehmendem Klimawandel vielerorts aber immer schwieriger. 25% der momentan genutzten Flächen werden als Agrarland ungeeignet und 23% liefern nur noch reduzierten Ertrag. Ernteausfälle werden durch den Klimawandel zunehmen. Schon jetzt werden Lebensmittelproduktionen und globale Lieferketten beeinträchtigt und daher wird es zu immensen Preissteigerungen bei Lebensmitteln kommen. Als Beispiel werden die Getreidepreise bis 2050 um bis zu 29% teurer.

Der Verlust von Ökosystemen macht uns alle anfälliger für Klimafolgen. Schon derzeit sind 11.000 Tier und Pflanzenarten auf der roten Liste der IUCN und somit vom Aussterben bedroht. Schnelle Wiederherstellung und Schutz unserer Natur kann einige Auswirkungen des Klimawandels begrenzen, stellen aber keinen Ersatz für die schnelle Emissionsreduktion dar.

Sich an den Klimawandel anzupassen ist kein aufgeben, sondern stellt einen unverzichtbaren Schritt dar, um die immensen Folgen des Klimawandels abzufedern. Ohne schnelle Emissionsreduktion wird die Anpassung zunehmend unmöglich! Es muss daher dringend die ausreichende Finanzierung dieser Anpassungsmaßnahmen gestartet werden, um Mensch und Natur vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Zudem ist die reine Anpassung keine Alternative zur Emissionssenkung, denn es wird immer mehr Veränderungen geben, an die wir uns nicht mehr anpassen können.

Das wenig verwunderliche Fazit an die Politik: Der Schutz der Artenvielfalt, das Bereitstellen der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und beschleunigte Emissionssenkungen müssen in jedem Klimaschutzplan eine zentrale Rolle spielen!

Medien-Berichte zum IPCC-Bericht:

 

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