Klimaschutz schützt Gesundheit, Wirtschaft und unseren Wohlstand. Doch während die Folgen der Klimakrise immer deutlicher werden, kritisiert die Klima-Allianz OÖ fehlende Konsequenz und widersprüchliche Prioritäten in der oberösterreichischen Landespolitik. Beim Klimastreik am Freitag, 16. Oktober, um 16 Uhr am Linzer Pfarrplatz fordert sie gemeinsam mit Fridays For Future wirksame Maßnahmen und möchte die Petition gegen die Verteuerung des KlimaTickets OÖ übergeben.

Der vergangene Hitze- und Dürresommer hat deutlich gemacht, dass die Klimakrise längst unseren Alltag und unsere Wirtschaft trifft. Hitze belastet die Gesundheit, insbesondere von älteren Menschen, Kindern und Beschäftigten im Freien. Trockenheit und Extremwetter gefährden Ernten, Wälder und die Wasserversorgung. Auch die Wirtschaft spürt die Folgen unmittelbar: Das extreme Niedrigwasser auf der Donau hat den Güterverkehr im Sommer massiv beeinträchtigt. Frachtschiffe konnten teilweise nur noch mit stark reduzierter Ladung verkehren, Transporte mussten ausweichen oder unterbleiben.

„Klimaschutz ist keine Frage des guten Willens, sondern eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit. Wer heute wirksame Maßnahmen aufschiebt, nimmt steigende Schäden und Folgekosten in Kauf. Es geht um unsere Gesundheit, unsere Lebensgrundlagen und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes“, betont die Klima-Allianz OÖ.

Klima- und Energiestrategie des Landes OÖ – stillschweigend beerdigt?

Besonders kritisch sieht die Klima-Allianz die Entwicklung in Oberösterreich. Zwar veröffentlicht das Land weiterhin Fortschrittsberichte und Maßnahmenpläne zu seiner 2023 beschlossenen Energie- und Klimastrategie. Doch die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Wie sollen mit den bisherigen Maßnahmen die europäischen Klimaziele bis 2030 und die angestrebte Klimaneutralität Oberösterreichs bis 2040 tatsächlich erreicht werden? Seit 2023 wäre eine jährliche Emissionsreduktion von 7% notwendig. Das wurde bisher noch nie erreicht, für 2025 ist laut “Fortschrittsbericht” sogar ein Anstieg von 1% zu beobachten. Bei dem absehbaren Verfehlen der EU-Klimaziele werden alleine im Landesbudget dreistellige Millionenbeträge für Zertifikatskäufe fällig.

Statt eines erkennbaren klimapolitischen Aufbruchs werden aus Sicht der Klima-Allianz widersprüchliche Entscheidungen getroffen:

  • Energieversorgung: In Kronstorf wird bereits am Google-Rechenzentrum gebaut, die zweite Ausbaustufe ist beantragt. Im Endausbau könnte der Standort jährlich bis zu 4,4 Terawattstunden Strom benötigen – mehr als sämtliche oberösterreichischen Haushalte zusammen. Gleichzeitig soll 2027 bei der voestalpine in Linz ein neuer Elektrolichtbogenofen in Betrieb gehen, der für die klimafreundlichere Stahlproduktion ebenfalls große Mengen Strom benötigt. Dennoch wird der Ausbau der Windkraft durch restriktive Zonierungen massiv eingeschränkt. Woher soll der zusätzliche erneuerbare Strom für die Dekarbonisierung der Industrie und neue Großverbraucher kommen?
  • Straßenverkehr: Mit der A26 in Linz wird eine weitere Autobahn gebaut, zusätzliche Straßenprojekte wie die Ostumfahrung Linz und die Westspange Steyr werden vorangetrieben beziehungsweise geplant. Gleichzeitig kommt der Ausbau attraktiver öffentlicher Verkehrsangebote vielerorts nur schleppend voran. Damit werden die selbst gesteckten Ziele des Landes im Mobilitätsleitbild 2035, insbesondere die Verlagerung des Verkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und Zufußgehen, faktisch ignoriert.
  • Mobilität und öffentliche Mittel: Das KlimaTicket OÖ wurde 2026 um rund 19 Prozent verteuert, während für 2027 bereits die nächste Preisanpassung geplant ist. Gleichzeitig stellt das Land bis zu 36 Millionen Euro für die Flugverbindung Linz–Frankfurt in Aussicht und übernimmt mit dem Kauf der städtischen Flughafenanteile auch das gesamte wirtschaftliche Risiko des Flughafens. Laut Landesrechnungshof werden bis 2035 weitere 27,6 bis 45 Millionen Euro benötigt – mögliche Kosten für die Sanierung von Umweltschäden noch nicht eingerechnet.


„Oberösterreich braucht keine Klimastrategie, die vor allem auf dem Papier existiert. Wir brauchen verbindliche Ziele, wirksame Maßnahmen und eine Politik, die Klimaschutz nicht durch andere Entscheidungen wieder konterkariert“, fordert die Klima-Allianz OÖ.

KlimaTicket-Petition soll beim Klimastreik übergeben werden

Wie widersprüchlich die Verkehrspolitik ist, zeigt sich besonders beim KlimaTicket OÖ. Nach der massiven Verteuerung ist die Zahl der aktiven Jahreskarten bis Anfang August um rund vier Prozent gesunken. Die Klima-Allianz fordert daher einen Preisstopp für 2027 sowie die Abschaffung oder deutliche Reduktion der Kernzonenaufschläge.

Die Petition „Nein zur Verteuerung des KlimaTickets OÖ – Ja zu leistbarer klimafreundlicher Mobilität“ soll im Rahmen der Schlusskundgebung beim Linzer Landhaus an Landeshauptmann Thomas Stelzer und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner beziehungsweise deren Vertretungen übergeben werden. Beide wurden dazu eingeladen, eine Rückmeldung steht noch aus.

Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft

Unter dem Motto „Ohne Klimaschutz ist alles nix!“ ruft die Klima-Allianz OÖ gemeinsam mit Fridays For Future Linz zur Teilnahme am Klimastreik auf. Denn ohne wirksamen Klimaschutz sind Gesundheit, Ernährungssicherheit, wirtschaftlicher Wohlstand und soziale Sicherheit zunehmend gefährdet.

Klimastreik Linz – Freitag, 16. Oktober 2026
Beginn: 16:00 Uhr, Pfarrplatz Linz
Demonstrationszug: durch die Linzer Innenstadt
Schlusskundgebung: beim Landhaus, mit geplanter Übergabe der KlimaTicket-Petition

Weitere Informationen:
https://klimaallianz-ooe.at/event/klimademo-16-10-2026/

Petition:
https://mein.aufstehn.at/petitions/nein-zur-verteuerung-des-klimatickets-oo-ja-zu-leistbarer-klimafreundlicher-mobilitat