Linz, 27. Februar 2026. Mit dem heutigen Verkaufsstart für die Flugverbindung Linz–Frankfurt verschärft die Klima-Allianz OÖ ihren Protest gegen die staatliche Subventionierung dieser Route.
Trotz eines kumulierten Defizits von rund 36,8 Millionen Euro am Flughafen Linz (2020–2024) stellt das Land Oberösterreich weitere Garantien von bis zu 36 Millionen Euro in Aussicht. Die Klima-Allianz fordert angesichts steigender Preise beim Klimaticket OÖ eine sofortige Transparenzoffensive und eine strenge Prüfung der Wirtschaftlichkeit durch den Landesrechnungshof.
Während tausende Pendler in Oberösterreich mit massiven Preiserhöhungen beim Klimaticket kämpfen, fließen Millionen an Steuergeldern in fast leere Business-Jets. Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und des ökologischen Anstands: Investieren wir in die Mobilität der Vielen oder in das Privileg weniger Vielflieger? Die Vision einer modernen Standortpolitik darf nicht an den Rollfeldern von gestern hängen bleiben.
„Es ist den Menschen im Land nicht mehr vermittelbar, warum wir Millionen in eine defizitäre Flugverbindung pumpen, während die Preise für die Bahn steigen. Wir fordern keine Almosen für das Klima, sondern eine ehrliche Rechnung: Wer profitiert hier wirklich auf Kosten der Allgemeinheit?“ (Klima-Allianz OÖ)
Wirtschaftlichkeit am Boden: Die Zahlen des Rechnungshofs
Die aktuelle Berichterstattung des Oberösterreichischen Landesrechnungshofs zeichnet ein düsteres Bild der finanziellen Lage am Flughafen Linz (Hörsching). Um die wirtschaftliche Gewinnschwelle im Passagierbereich zu erreichen, wären jährlich rund 500.000 Fluggäste vonnöten. Die Realität klafft jedoch weit davon ab: Zuletzt wurden lediglich rund 262.000 Passagiere abgefertigt. Dennoch hält das Land an der Strategie fest, die Verbindung nach Frankfurt mit massiven Garantien – bis zu 36 Millionen Euro – künstlich am Leben zu erhalten.
Transparenzoffensive: Wer fliegt hier eigentlich?
Die Klima-Allianz OÖ stellt die zentrale Frage nach dem tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen für den Standort. Bisher blieb die Landespolitik den Nachweis schuldig, welche Unternehmen konkret von diesen Subventionen profitieren.
- Wiederholung der Kernfrage: Welche Unternehmen hatten in den vergangenen Monaten nachweislich wirtschaftliche Nachteile durch die fehlende Verbindung?
- Forderung: Es bedarf einer belastbaren Datengrundlage statt vager Behauptungen über die „Standortrelevanz“.
Offener Brief an den Landesrechnungshof
In einem heute übermittelten offenen Brief fordern die Klima-Allianz OÖ und Parents For Future OÖ eine Kurskorrektur. Die Kernforderungen umfassen:
- Strenge Wirtschaftlichkeitsprüfung: Jede Subvention muss auf ihren realen Nutzen geprüft werden.
- Klimaverträglichkeit: Öffentliche Zuschüsse dürfen nur noch bei positiver Klimabilanz fließen.
- Ausstiegsszenarien: Verbindliche Ziele müssen definiert werden; werden diese verfehlt, muss die Subvention enden.
- Alternativanalyse: Eine transparente Darstellung, wie viele Schienenkilometer oder Ticket-Vergünstigungen mit 36 Millionen Euro finanziert werden könnten.
Soziale Schieflage und Klimaschutz
Der Kontrast könnte kaum schärfer sein: Über 1.000 Menschen haben bereits die Petition gegen die Verteuerung des Klimaticket OÖ unterzeichnet. Die Prioritätensetzung des Landes wird als sozial unausgewogen kritisiert. Der Verkehrssektor bleibt der größte Treibhausgas-Emittent, und gerade Kurzstreckenflüge nach Frankfurt, die oft durch die Bahn ersetzt werden könnten, stehen klimapolitisch im Kreuzfeuer. Eine zukunftsfähige Standortpolitik muss Ökonomie und Ökologie auf Basis transparenter Kennzahlen vereinen.
Die Klima-Allianz OÖ lädt Medienvertreter und interessierte Bürger ein, die detaillierten Forderungen und den offenen Brief an den Landesrechnungshof einzusehen. Für Interviewanfragen und weiterführende Informationen zum Thema Subventionsgerechtigkeit stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
