Mit Vollgas in eine Katastrophe? Die Klima-Allianz OÖ fordert Absage der Mühlstein-Rallye und stellt die Grundsatzfrage zu fossilen Veranstaltungen

Wir haben das trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, in den meisten oberösterreichischen Bezirken ist die Waldbrandschutzverordnung in Kraft, und mitten in dieser Lage soll am 7./8. August die Mühlstein-Rallye durch die ausgetrockneten Wälder rund um Schwertberg, Tragwein, Saxen und Arbing führen.

Wie ernst die Lage bereits ist, zeigte sich erst vor wenigen Tagen: Am 1. August griff in Tragwein ein Wiesenbrand auf angrenzenden Wald über. 19 Feuerwehren und ein Polizeihubschrauber standen im Großeinsatz, es wurde Alarmstufe 3 ausgerufen, die höchste in Oberösterreich. Erst am Folgetag war der Brand unter Kontrolle. Genau durch dieses Gebiet soll nun die Rallye führen.

„Ein glühender Katalysator auf trockenem Gras reicht oft schon aus”, warnt Sandra Weilnböck, Vizeobfrau der Klima-Allianz OÖ. „Die Sicherheitsvorkehrungen des Veranstalters zeigen ja selbst, wie ernst die Lage ist. Die Frage ist: Warum wird das Risiko trotzdem eingegangen?”

Die Klima-Allianz OÖ fordert Veranstalter, Gemeinden und die Bezirkshauptmannschaft Perg auf, die Rallye angesichts der aktuellen Gefahrenlage abzusagen, und schließt sich damit der Forderung betroffener Anrainer*innen an.

„Diese Rallye ist nur ein Symptom eines größeren Musters”, so Weilnböck weiter. „Die Dürre, die sie jetzt gefährlich macht, ist selbst ein Symptom der Klimakrise. Wir stellen uns deshalb auch die grundsätzliche Frage, wie viele fossil betriebene Veranstaltungen wir uns als Gesellschaft noch leisten wollen, während die Folgen längst vor unserer Haustür sichtbar werden.“