Linz, 3. April 2026. Die Klima-Allianz OÖ sieht in der jüngsten Preiserhöhung beim Klimaticket Oberösterreich eine deutliche Fehlentwicklung in der Verkehrspolitik des Landes. Eine Auswertung der verfügbaren Daten zeigt: Nach der rund 19-prozentigen Tariferhöhung mit 1. Jänner 2026 ist die Zahl der Klimaticket-Abonnements nicht gestiegen, sondern rückläufig.

Entgegen anderslautender Berichte – unter anderem in der Berichterstattung von ORF Oberösterreich – lässt sich kein Nachfrageanstieg feststellen. Vielmehr wurde ein kurzfristiger Verkaufshöhepunkt im Dezember 2025 fälschlich als Trend interpretiert. Dieser ist plausibel dadurch erklärbar, dass viele Nutzerinnen und Nutzer noch vor Inkrafttreten der Preiserhöhung ein Ticket zu den alten Konditionen erworben haben.

In den Folgemonaten zeigt sich hingegen ein kontinuierlicher Rückgang der Abozahlen von jeweils rund einem Prozent. Gleichzeitig ist das Wachstum im Jahr 2025 insgesamt auf etwa vier Prozent eingebrochen – nach deutlich zweistelligen Zuwächsen in den Jahren zuvor.

Diese Entwicklung deutet klar darauf hin, dass die Preiserhöhung eine dämpfende Wirkung auf die Nutzung des öffentlichen Verkehrs hat.

Wachsende Kritik und breite Unterstützung

Die Kritik an der Preiserhöhung spiegelt sich auch in der Bevölkerung wider: Eine von der Klima-Allianz OÖ gestartete Petition gegen die Verteuerung des Klimatickets wurde bereits von über 1.000 Unterstützerinnen und Unterstützern unterzeichnet.

Dies unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz leistbarer Mobilität – insbesondere in einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten.

Widerspruch zu klimapolitischen und sozialen Zielen

Die aktuelle Tarifpolitik steht im klaren Widerspruch zu den Zielsetzungen des Land Oberösterreich, insbesondere zum Mobilitätsleitbild, das eine Verlagerung hin zum öffentlichen Verkehr vorsieht.

Zugleich verschärfen aktuelle geopolitische Entwicklungen die Situation zusätzlich: Steigende Energiepreise verteuern den motorisierten Individualverkehr (MIV) deutlich. Statt diesen Moment für eine gezielte Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs zu nutzen, werden Öffi-Nutzerinnen und -Nutzer durch höhere Preise zusätzlich belastet.

Aus Sicht der Klima-Allianz führt dies zu einer doppelten Belastung, die insbesondere sozial schwächere Bevölkerungsgruppen trifft. Leistbare öffentliche Mobilität könnte hier gezielt entlasten – wird aber derzeit geschwächt.

Fragwürdige Prioritätensetzung im Verkehr

Besonders kritisch sieht die Klima-Allianz die widersprüchliche Argumentation in der Verkehrspolitik:
Während die Verteuerung des Klimatickets mit gestiegenen Kosten und Inflation begründet wird, bleibt der Flugverkehr von vergleichbaren Maßnahmen weitgehend unberührt.

Gleichzeitig werden weiterhin öffentliche Mittel in klimaschädliche Verkehrsformen investiert – etwa in die Förderung von Flugverbindungen.

Die politisch oft betonte Strategie, auf „Anreize statt Verbote“ zu setzen, wird damit in der Praxis konterkariert: Statt Anreize für klimafreundliche Mobilität zu schaffen, werden diese faktisch geschwächt.

Konsequenzen für Mobilitäts- und Klimaziele

Setzt sich diese Entwicklung fort, droht Oberösterreich sowohl seine verkehrspolitischen als auch seine klimapolitischen Ziele klar zu verfehlen. Eine nachhaltige Verkehrswende erfordert leistbare und attraktive Angebote im öffentlichen Verkehr – nicht deren Verteuerung.

Forderungen der Klima-Allianz OÖ

Die Klima-Allianz OÖ fordert daher konkrete Maßnahmen zur Kurskorrektur:

  • Rücknahme der Preiserhöhung beim Klimaticket OÖ
  • Ausweitung des Geltungsbereichs: Klimaticket OÖ Regional soll auf alle Kernzonen erweitert werden
  • Stärkung der Infrastruktur: Ausbau kostenfreier Park-&-Ride-Anlagen bzw. Kostenübernahme durch das Land
  • Einführung eines übertragbaren Klimatickets, analog zu Modellen in anderen Bundesländern
  • Weitere Attraktivierung, etwa durch kostenlose Fahrradmitnahme

 

Fazit

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich: Preissteigerungen im öffentlichen Verkehr wirken kontraproduktiv. Gerade in einer Phase steigender Mobilitätskosten wäre ein günstigeres Klimaticket ein zentraler Hebel für soziale Entlastung und wirksamen Klimaschutz.

 

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